"Ich liebe es, mich genau erinnern zu können, auf welcher Reise ich genau diesen einen Song gehört habe."

Andy, Founder & CEO Nomad Earth Media
Zwischendurch mal Trash zu essen, finde ich ok, sofern man allgemein eher auf der gesunden Seite lebt.
Vom heißen Start-Up Gründer über den abgebrühten Abteilungsleiter bis hin zum smarten Agentur-
mitarbeiter.

Digitale Nomaden sind derzeit in aller Munde und viele sehnen sich nach einem Job, den man von überall erledigen kann. Einer, der seine Passion zum Beruf gemacht hat, ist Andy Jaritz. Auf einer gemeinsamen Wanderung erzählt er uns von seinem neuesten Projekt, den Nomad Earth Spaces, von seinen Inspirationsquellen und warum seine Tochter erst gar nicht fremdeln begonnen hat.

Stell dich bitte kurz vor?
Mein Name ist Andreas Jaritz. Ich bin Mitgründer von Nomad Earth Media, einer multidisziplinären Medienproduktionsfirma aus Graz, die sich auf die Konzeption, Kreation und strategische Verbreitung von Content spezialisiert hat.

Was machst Du?
Ich bin Geschäftsführer bei Nomad Earth. In dieser Funktion bin ich einerseits maßgeblich in der Konzeption sowie bei Produktions- und Vertriebsfragen unserer eigenen Projekte (vorrangig Filme) involviert und berate andererseits unsere Kunden in ihrer strategischen Unternehmenskommunikation.

Warum Nomad Earth?
Nomad Earth ist als Outdoor-/Reiseblog von Mario Hainzl und mir 2010 gegründet worden, in dem wir uns mit nachhaltigeren bzw. fairen Zugängen zum (Outdoor)Tourismus beschäftigt haben.

Familienvater, Selbstständig, Filmproduzent, Reiselustig, Naturbursche, …! Wie bringst Du das alles unter einen Hut?
Diese Begriffe schließen sich für mich nicht gegenseitig aus bzw. sind sie durchaus vereinbar: mein unternehmerisches Handeln ist maßgeblich durch meine Vorliebe fürs Reisen, Outdoorsport und Naturerlebnisse geprägt. Auch mit meiner Familie verbringe ich die Zeit am liebsten reisend oder in der Natur. Die Herausforderung liegt zum einen eher darin, dass sich Beruf und Freizeit (zu) oft inhaltlich mischen. Andererseits agieren wir auf zwei verschiedenen unternehmerischen Geschäftsfeldern, die – obwohl für beide Seiten durchaus von Vorteil – nicht immer ganz einfach kombinierbar und im Nutzenversprechen des Unternehmens kommunizierbar sind: So entwickeln wir nämlich unsere eigenen Projekte und Produkte wie z.B. eigenen Filme oder die Nomad Earth /Spaces Eventreihe und beraten gleichzeitig als Agentur Unternehmenskunden bei der Konzeption, Umsetzung und Ausführung ihrer Unternehmenskommunikation.

Was zeichnet einen gesunden Lebensstil für Dich aus?
Eine gute Balance aller Einflussfaktoren zu finden, die die Gesundheit beeinträchtigen sowie fördern. Einfaches Beispiel: kurzfristiger oder zeitlich begrenzter hoher Stresspegel ist ok, weil er zu Hochleistungen führen kann, langfristig halte ich Stress für schädlich.

Gehört Ernährung auch dazu?
Auf jeden Fall. Wobei ich es auch hier mit der Balance halte: Zwischendurch mal Trash zu essen, finde ich ok, sofern man allgemein eher auf der gesunden Seite lebt. Ich betreibe Ernährung aber nicht als Wissenschaft oder Kampfhandlung, soll heißen, ich versuche niemanden mit meinen Essgewohnheiten zu missionieren. Ich bin ein großer Freund von viel Gemüse, viel Obst, wenig Fleisch und immer wieder auch ein Naschkater.

Was inspiriert Dich?
Langsame Geschichten, damit meine ich zumeist das gedruckte Wort. Unternehmerisch gesehen inspirieren mich Unternehmens- oder auch Produktstories, wie man sie im Brand Eins oder auch im Fast Company zu lesen bekommt, sehr. Damit meine ich aber gar nicht die zumeist eh geschönten Erfolgsgeschichten von Start-Up Strahlemännern/-frauen, sondern Geschichten, die von den Umwegen und Hürden berichten, von Zufällen, Erfahrungen und Erkenntnissen. Das hat uns durchaus auch dazu inspiriert, die Nomad Earth /Spaces ins Leben zu rufen. Die Geschichten, der Menschen, die hinter einer Idee oder Unternehmen stehen, sind es, die mich inspirieren.

 

Einfaches Beispiel: kurzfristiger oder zeitlich begrenzter hoher Stresspegel ist ok, weil er zu Hochleistungen führen kann, langfristig halte ich Stress für schädlich.

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Der nachhaltigere bzw. faire Zugang zum (Outdoor)Tourismus war die Motivation Nomad Earth ins Leben zu rufen.

Dein letzter “Streich” sind die Nomad Earth Spaces. Ich habe schon viele gute Geschichten und Successstories von der ersten Veranstaltung gehört und freue mich sehr, dass ich beim nächsten einen Platz ergattert habe. Was sind die Nomad Earth Spaces?
Ich würde die Spaces als Streichertrio bezeichnen. Wir haben die Idee gemeinsam mit unserem Freund und Geschäftspartner Robert Lecker entwickelt und mit Martin Roll (GF von Portugal Surfcamps) auch einen erfahrenen Mann in der Hospitality und im Surftourismus an Bord.

Die Nomad Earth Spaces sind eine neue Eventreihe, bei der wir kluge Köpfe aus der Start-Up bzw. Unternehmenswelt in entspannter Strandatmosphäre zusammenbringen. In 1-wöchigen Events werden Know-How und Erfahrungen ausgetauscht, inspiriert und neue Geschäftsmöglichkeiten ermöglicht. Das gute alte analoge Netzwerken wird mit einer Prise Meeresluft garniert.

Was erwartet mich dort?
Eine entspannte Melange aus Konferenz, Workshops, Networking Event und Surf Retreat.

Wie bist Du auf die Idee gekommen?
Wie oben erwähnt war mein persönlicher beruflicher Beweggrund, dass mich immer schon Menschen mit guten (Unternehmens-)Geschichten inspiriert haben. Ich habe immer schon gerne Leute miteinander connected. Robert Lecker und ich haben es andererseits ein bisschen öd gefunden, dass es auf den Mega-Business-Konferenzen (wie z.B. WebSummit) zumeist beim Ich-drück-dir-jetzt-meine-hundertste-Visitenkarte-in-die-Hand-und-quatsch-dich-voll Networking bleibt. Wir wollten ein anderes Business Event Format entwickeln, dass auf intensive authentische Gespräche und Austausch beruht und in entspannter Atmosphäre stattfindet.

Wer kommt dort hin?
Vom heißen Start-Up Gründer über den abgebrühten Abteilungsleiter bis hin zum smarten Agenturmitarbeiter. Wir versuchen aber auch bewusst das Event für einige Business Newbies zu öffnen, damit wir ein breites Spektrum abbilden. Wir versuchen, für eine spannungsgeladene Mischung zu sorgen.

Was darf ich auf keinen Fall vergessen?
Surfbrett, falls du eines hast, und eine gute Geschichte, die du den anderen Gästen und Speakern präsentieren willst. Alle Gäste sollen Spaß haben, aber auch was mitnehmen können von deiner Motivation.

Gibt es im Mai noch Plätze für Kurzentschlossene? Bzw wann wäre der nächste Nomad Earth Space?
Wir haben noch Restplätze für Mai zu vergeben. Einfach auf spaces.nomadearth.com informieren bzw. bewerben.

Du bist ja schon viel herumgekommen. Welche 3 Reiseziele gehören unbedingt auf die Bucket List?
Da gibt es viel zu viele Reiseziele für ein so kurzes Leben… Aber als Outdoor Aficionado sollte man sich jedenfalls Neuseeland anschauen und gut Zeit dafür mit im Gepäck haben.

Welche 3 Dinge sollten auf keiner Reise fehlen?
Meine kleine Familie, eigentlich fast immer mein Surfboard und eine gute Playlist (ich liebe es, mich genau erinnern zu können, auf welcher Reise ich genau diesen einen Song gehört habe.)

Irgendwelche “Travel Hacks”, die du weiter empfehlen kannst?
Ich bin, glaub ich, nicht so der Travel Hacker. Mein bester Travel Hack ist vielleicht, dass ich versuche, möglichst flexibel zu bleiben. Ich versuche immer weniger mit der fixen Vorstellung in ein Land zu reisen, dass ich genau das anschauen muss, genau dort schlafen muss oder mindestens alle Nationalspeisen verdrücken muss. Neuseeland war da so ein großes Learning, wo dir irgendwann diese ganzen “Must-See-Listen” auf die Nerven gehen, weil du nur mehr im Stress bist, alles abzuhaken und nix mehr genießen kannst.

andy_blogbild
Die Kamera darf bei Andy auf keinem Trip fehlen.

Wie verbindest du Arbeiten und Reisen?
Vielleicht zu gut, was nicht ganz unproblematisch ist. Ich kann quasi fast jede Reise in irgendeiner Form als geschäftliche Reise – zumindest teilweise – deklarieren, da ich entweder überall jemanden treffe/treffen kann, den ich aus meinem beruflichen Netzwerk kenne und mit dem ich zu tun habe. Außerdem sind viele meiner Freizeitaktivitäten – speziell Surfen – auch im Fokus meiner unternehmerischen Tätigkeit. Ich kann leider (noch) nicht sehr gut abschalten.

Welche Tipps kannst du “Neulingen” auf dem Gebiet geben?
Das digitale Nomaden Leben ist nicht nur eitel Wonne. Es ist eine Zeit lang extrem sexy von überall aus arbeiten zu können und das passt auch so. Aber man muss sich wirklich auch richtigen Urlaub gönnen. Denn aus dem ubiquitären “Ich kann von überall aus arbeiten” wird schnell ein “Ich muss von überall aus arbeiten”.

Als Abschluss: Dein schönstes Erlebnis auf Reisen?
Zu sehen, wie meine kleine Tochter auf ihrer ersten großen Reise (Sri Lanka) gelernt hat, dass sie ein Grundvertrauen in Menschen entwickeln kann und keine Angst vor Fremden haben muss (das “Fremdeln” hat sie gar nicht erst entwickelt).

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Da würde ich an deiner Stelle unbedingt noch reinschauen:

http://www.nomadearth.com
http://spaces.nomadearth.com

 

Im Gespräch „Andy und Alex“, in großer Vorfreude.

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