Die perfekte Ernährung für die Haut

/ 20. Mai 2016
ernaehrung fuer die haut

Die Haut ist mit ca. 1,5 – 2 m2 das größte und vielseitigste Organ des Menschen. Sie spielt eine zentrale Rolle in vielen verschiedenen Prozessen: Schutz vor äußeren Einflüssen, Wärmehaushalt, Stoffaustausch, Kontakt- und Sinnesorgan, Reservoir für Stammzellen, usw. Unsere Haut spiegelt wider, wie es uns geht. So sieht man an unserer Haut nicht nur Erkrankungen, welche die Haut per se betreffen, sondern auch jene der inneren Organe oder psychischer Natur.

Schöne, glatte, strahlende Haut ist ein Zeichen für einen gesunden Organismus. Dies ist aus der Sicht von Ärzten praktisch, da wir oft durch einen genauen Blick auf die Haut diverse Grunderkrankungen, Störungen oder Probleme entdecken und dann die richtige Behandlung einleiten können. Zum anderen kann dies auch sehr belastend sein, denn die Haut prägt unser Erscheinungsbild. Ob man uns ansieht, berührt oder einfach den Geruch wahrnimmt – das Sprichwort „Jemanden nicht riechen können“ kommt also nicht von Ungefähr.

Dabei spielt auch die Ernährung eine große Rolle. Durch unseren Lebensstil können wir unsere Haut, sowohl positiv als auch negativ, beeinflussen. Viele Lebensmittel haben eine vorbeugende und vor allem nachhaltige Wirkung. Also weg mit teuren Cremes und aufwendigen Behandlungsmethoden, es geht auch weitaus einfacher und schmackhafter. Neben den üblichen 2 bis 3 Litern Wasser, die wir täglich trinken sollten, um die Haut optimal zu versorgen, gibt es hier noch weitere Beispiele aus einer umfangreichen, vielfältigen Palette, die uns unser Planet zur Verfügung stellt.

Die optimale Ernährung für die Haut

  • Silizium

    Mineralstoffe zählen zu der Grundlage einer jungen, frischen und funktionsfähigen Haut. Besonders erwähnt werden soll Silizium, welches besonders die Haut versorgt. Doch ausreichend Silizium aus Lebensmitteln wie Hafer, Gerste, Kartoffel und Hirse aufzunehmen, ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr so einfach: Durch intensive Landwirtschaft können die Pflanzen allgemein weniger Nähr- und Vitalstoffe – also auch weniger Mineralstoffe – aus der Erde aufnehmen. Durch die industrielle Weiterverarbeitung werden diese Anteile dann zusätzlich reduziert. Ein gutes Beispiel dafür ist Getreide: Silizium befindet sich vor allem in den Randschichten des Getreidekorns. Werden diese bei der Weiterverarbeitung entfernt, ist der Anti Aging Effekt dahin. Daher sollte nur Vollwertgetreide und unverarbeitete Lebensmittel über die Einkaufskasse in den Mund gelangen.

  • Schwefel

    Das Element Schwefel hat eine entgiftende Eigenschaft – deshalb sollten Radieschen, Kohl und Rettich öfter auf unseren Tellern landen! Kren gilt übrigens als natürliches Antibiotikum, fördert die Durchblutung der Haut und wirkt desinfizierend von Innen.

  • Zink

    Weiters muss noch das Element Zink erwähnt werden: Es ist wichtig für den Aufbau von Kollagen, welches die Basis des Bindegewebes darstellt und somit unsere Haut elastisch und flexibel hält. Es reduziert die Talgproduktion, Entzündungen und Verstopfungen der Talgdrüsen und sagt damit Pickel, Mitesser und Co. den Kampf an. Seine entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkung bringt Neurodermitikern und Psoriasis-Patienten eine Erleichterung. Daher gehören Zinklieferanten wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Erdnüsse, Haferflocken, Paranüsse und Linsen auf den Speiseplan. Austern sind übrigens die Deluxe-Zinkquelle, jedoch nicht jedermanns Sache.

  • Beeren

    Ob auf Blogs, Instagram oder Urlaubsbildern – ein Frühstück oder ein Dessert ohne Beeren findet man selten. Sie sehen nicht nur hübsch aus, sie zählen zu den wichtigsten Lieferanten von Antioxidantien. Darunter versteht man Substanzen, die sogenannte freie Radikale in unserem Körper binden und somit unschädlich machen können. Freie Radikale entstehen bei natürlichen Stoffwechselvorgängen, aber auch zusätzlich durch Umweltgifte, Stress, Nikotin, ungesunde Ernährung und UV-Strahlung. Sie gelten als Zerstörer von Zellen und sind eine der Hauptverdächtigen, wenn es um Alterungsprozesse oder Krebserkrankungen geht. Somit ist es logisch, dass wir die zusätzliche Entstehung von freien Radikalen vermeiden sollen und dass wir viele Antioxidantien brauchen, um unseren Körper zu schützen.

    Eine Handvoll Beeren pro Tag versorgt uns außerdem mit Vitamin C, was nicht nur freie Radikale fängt, sondern auch die Elastizität der Haut verbessert. Neben Vitamin C sind Vitamin E und Coenzym Q10 die bekanntesten Antioxidantien, die unter anderem für einen strahlenden Teint verantwortlich sind. Coenzym Q10 findet man zum Beispiel in Jungspinat, Zwiebeln und Pflanzenölen. Doch Achtung: Diese Anti Aging Wunderquelle ist sehr empfindlich und wird durch Hitze und Licht sehr schnell zerstört. Also roh verzehren oder maximal leicht andünsten, wenn man das Beautyfood 100% nutzen möchte!

  • Selen

    Selen sorgt für Geschmeidigkeit der Haut und dient als Schutz vor Sonnenbrand. Man findet es zum Beispiel in Milchprodukten, Eiern, Nüssen und Spargel. Zum Würzen verwendet man am besten das indische Gewürz Curcuma – der Radikalfänger zum Drüberstreuen, der die Haut reinigt, schützt und geschmeidig macht.

  • Provitamin A (Beta Carotin)

    Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, Aprikosen, Mangos, grüne Paprika und Tomaten – diese sollten regelmäßig verzehrt werden, da wir dadurch einen natürlichen Lichtschutzfaktor bekommen. Ersetzen können wir die Sonnencreme dadurch selbstverständlich nicht, aber wir unterstützen die Haut von innen. Außerdem sorgt der Verzehr von Karotten für einen frischen Teint. Hinsichtlich der Hautgesundheit und einer amerikanischen Studie, die zeigt, dass ein rosiger Teint attraktiver auf Menschen wirkt als ein braun gebräuntes Gesicht, sollten wir also im Sommer immer mit einer Karotte in der einen und einem Glas Wasser in der anderen Hand unter einem Baum im Schatten anzutreffen sein 😉

  • Kohlenhydrate

    Hier muss man zwischen „guten“, komplexen und „weniger guten“, einfachen Kohlenhydraten unterscheiden muss. Menschen, die unter Pickel, Hautunreinheiten oder Akne leiden, können profitieren, wenn sie weißmehlhaltige Lebensmittel durch Vollkornprodukte ersetzen. Vollkornprodukte enthalten zudem auch Ballaststoffe, die wiederum für die Verdauung wichtig ist. Und funktioniert die Verdauung, sieht man das – wie könnte es anders sein – an unserer Haut. Kohlenhydrate werden in unserem Körper in Zucker umgewandelt. Zucker gilt als Faltenförderer, indem er die Kollagenfasern schädigt und entzündungsfördernde Prozesse fördert – die Haut verliert nach und nach ihre Elastizität und Spannkraft. Also: Nicht No-Carb, sondern auf hochwertige Kohlenhydrate setzen!

  • Proteine

    Unsere Haut besteht zu einem großen Anteil aus Proteinen. Daher ist eine ausreichende Zufuhr an Proteinen unumgänglich für eine schöne, straffe und strahlende Haut. Außerdem fördern Eiweißquellen wie Fisch, Eier, Geflügelfleisch, Sojaprodukte und Milchprodukte auch den Muskelaufbau. Hier gilt wiederum Ausnahme, wenn man an Akne leidet: Oftmals verbessert der Verzicht auf Milchprodukte das Hautbild und lässt bei vielen Pusteln und Pickel verschwinden.

  • Fette

    Essentielle Fettsäuren, v.a. Omega-6 und Omega-3-Fettsäure, sind für unseren Körper sehr wichtig und müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da er sie nicht selbst bilden kann. Sie unterstützen die Zellmembrane und gewährleisten somit, dass gesunde Stoffe aufgenommen und schädliche Stoffe ausgeschieden werden können. Fehlen uns diese Fette, kann es unter anderem zu Hautveränderungen und Haarausfall kommen. Finden kann man diese Anti Aging Booster in Fischen wie Lachs, Hering und Sardinen, Walnüssen, Leinsamen, sowie kaltgepressten Ölen.

Es geht natürlich nicht von heute auf morgen, doch auf lange Sicht gesehen bedankt sich unsere Haut bei uns für eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, eine Menge frischer Luft und innerer Zufriedenheit!

 

katharina medekDie Autorin, Dr. Katharina Medek, ist Assistenzärztin am UK für Dermatologie im Landeskrankenhaus Salzburg und wissenschaftliche Mitarbeiterin im EB-Haus Salzburg.

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