Ernährung für reine Haut – Was den Gaumen entzückt und Pickel & Co. in die Flucht schlägt

/ 12. September 2016

Sie tauchen auf, wenn man sie am wenigsten braucht. Man spürt sie im Vorhinein und kann ihrem Wachstum nahezu stündlich zusehen und scheinbar nichts dagegen tun. Beginnt man – entgegen jedes Rates und meist mit schlechtem Gewissen – daran herumzudrücken, ist es schon zu spät: Schon ist man stolzer Besitzer eines riesigen, infizierten und knallroten Pickels, der wohl unserem Gegenüber schon auf 1 km Entfernung entgegenleuchtet.

Den Zusammenhang zwischen Akne und Lifestyle (Stress, Sonne, Hormone, Schweiß, Make-Up, zu intensive Hautpflege, etc.) hat wohl jeder schon am eigenen Körper erfahren. Dass auch die Ernährung eine entscheidende Rolle spielen kann, hat sich auch schon herumsgesprochen: Wer von uns hat von der lieben Oma nicht zumindest einmal den Satz „Iss‘ nicht so viel Schokolade, sonst bekommst du Pickel“ gehört?

Pickel aus Sicht der Tradtionellen Chinesischen Medizin

Schon vor Jahrhunderten beschäftigten sich chinesische Mediziner mit der Ernährung und ihrer Auswirkung auf den menschlichen Körper. Aus ihrer Sicht führen zu viel Hitze, Feuchtigkeit und Schleim zu Akne. Diese Modalitäten heißt es in den Griff zu bekommen und zwar mit der richtigen Ernährung. „Hitzequellen“ wie Knoblauch, scharfe Gewürze, Lauch, Kaffee, Ingwer, Chai-Tee, scharf angebratenes Fleisch usw. sollen vermieden werden. Eine Linderung von Pickel, Mitesser und Co. kann mithilfe kühlender Nahrungsmittel wie zum Beispiel saisonalem Gemüse – roh oder gekocht, Salbeitee, Polenta und Quinoa erzielt werden. Ebenso unerlässlich für eine schöne Haut sind regelmäßige Mahlzeiten, eine ruhige und angenehme Stimmung beim Essen und vor allem frisch zubereitete Speisen.

Akne – ein Problem der „westlichen Ernährung“

Als Hauptversursacher einer unreinen Haut wird die sogenannte „westliche Diät“ angesehen. Als Gegenteil dazu gibt es nämlich die Ernährung einiger Urvölker, in deren Sprache das Wort Akne oder Pickel gar nicht existieren, weil sie diese Hautprobleme nicht kennen. Die „westliche Diät“ beinhaltet hyperglykämische Kohlenhydrate, welche unseren Blutzucker nach der Nahrungsaufnahme rasch ansteigen lassen, sowie den enormen Konsum von Milchprodukten.

Wissenschaftliche Arbeiten konnten zeigen, dass die Aufnahme dieser zwei großen Nahrungsgruppen zu einer Zunahme der androgenen Hormone führt. Diese steuern nicht nur die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, sondern regen den Körper zur vermehrten Talgproduktion an: Die Haut wird fettiger und Pickel scheinen nur so zu sprießen. Dies ist im Übrigen auch der Grund, weshalb Frauen prämenstruell Pusteln und Pickel vor allem im Mund-, Kinn- und Wangenbereich bekommen. Die erschreckenderweise zunehmende Hormonbelastung der Kuhmilch per se soll auch nicht außer Acht gelassen werden. Fettsäuren und Transfettsäuren sind ebenso als typisch westlich anzusehen.

Booster für das Pickelwachstum

Hier sind einige Beispiele für Nahrungsmittel, die die Entwicklung einer unreinen Haut begünstigen können:

  • hyperglykämische Kohlenhydrate: Back- und Teigwaren aus Weißmehl, Pasta, Kartoffeln, Reis, diverse Hülsenfrüchte, gewisse Obst- und Gemüsesorten, Pizza, Junk Food und zuckerhaltige Getränke und Speisen
  • Milchprodukte
  • Fettsäuren und Transfettsäuren: Die in Chips, Pommes, Fertigsuppen, Frühstücksflocken und Streichfette enthaltenen Fette laden nicht nur unsere Pickel zum Wachsen ein, sondern schaden zudem unseren Gefäßen.

Natürliche Pickelkiller

Es gibt etliche kulinarische Möglichkeiten, unreiner Haut den Kampf anzusagen. So konnten Studien zum Beispiel zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Fisch einen präventiven Effekt auf die Entwicklung von Akne hat, da die darin enthaltenen Fette antientzündliche Eigenschaften mit sich bringen. Beeren hindern das Wachstum des Propionibacterium acnes, das auch eine Rolle bei der Entstehung von Akne spielt. Kurkuma bringt übrigens nicht nur Farbe in unser Essen, sondern gilt ebenso als Bekämpfer dieser Bakterien.

Um den Pickel den Garaus zu machen und ihre Entstehung zu unterdrücken, sollten folgende Nahrungsquellen auf unseren Tellern zu finden sein:

  • magere Eiweißlieferanten (Fisch, …)
  • Vollkornprodukte
  • ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Vitamin-A- Lieferanten (Brokkoli, Aprikosen, Wassermelone,…)
  • zinkhaltige Produkte
  • Salat
  • Gemüse
  • Leitungswasser und ungesüßter Tee (grüner Tee, Salbeitee)
  • Beeren

Fazit: Wir sind alle Individuen – ein Pauschalrezept gibt es nicht. Deshalb heißt es gerade hier: ausprobieren und feststellen, was einem persönlich zu einem reinen Hautbild verhilft. Am Besten zwei bis drei Wochen auf Milchprodukte verzichten und dann schauen, ob’s geholfen hat. Wenn ja – optimal, wenn nein geht’s dann eben mit den nächsten Wochen ohne Weißmehl los. Ihr werdet etwas finden, versprochen! Und sollte doch dann oder wann ein Pickel auftauchen – nehmt’s gelassen: er verschwindet wieder und ein kurzer Ausflug in unsere Jugend hat doch auch etwas für sich;-)

Die Autorin, Dr. Katharina Medek, ist Assistenzärztin am UK für Dermatologie im Landeskrankenhaus Salzburg und wissenschaftliche Mitarbeite
rin im EB-Haus Salzburg.

katharina medek

2 Antworten:

  1. Hallo Doris,
    pauschal lässt sich diese Frage schwer beantworten. Die Frage ist auch, wo Candida festgestellt wurde?! Ich persönlich rate primär keinem Patienten mit Candida-Infektion an der Haut/Schleimhaut auf Kartoffeln zu verzichten. Zum Einen ist mir kein wissenschaftlich bewiesener Zusammenhang zwischen Kartoffeln und Candida bekannt, zum Anderen zählen Kartoffel zu den „guten Kohlehydraten“, die man nicht von seiner Einkaufsliste streichen sollte. Oft handelt es sich um eine „Lücke im Immunsystem“ (ausgelöst durch zB.: Stress, Krankheit, etc.) wodurch man anfälliger ist für eine Pilzinfektion. Diese gilt es dann adäquat durch einen Arzt zu behandeln (Cremen, Zäpfchen, Tabletten, auch sind zusätzlich Hausmittel erlaubt – je nachdem). Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Reduktion von Zucker vielen Frauen, die immer wieder an Pilzinfektionen leiden, sehr oft hilft. Hefepilze scheinen wahre Zucker-Junkies zu sein!
    Hoffe dir hiermit geholfen zu haben!

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