Gesund abnehmen aber wie? 7 neue Erkenntnisse aus der Forschung

/ 20. April 2016

Die Tage werden länger, die Hosen kürzer. Speziell im Frühling rappen sich nun selbst Couchpotatoes auf, um dem angestauten Bewegungsdrang der Wintermonate freien Lauf zu lassen und seiner Bikini bzw. Badehosenfigur den Feinschliff zu verpassen.
Deshalb haben wir die Fühler ausgestreckt und recherchiert, was der aktuelle Stand der Forschung zu gesunden Diäten ist. Lese hier, welche neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Forschung die Kilos purzeln lassen:

Gesund abnehmen aber wie? 7 neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft

Erkenntnis Nr. 1: Ein Jahr durchhalten

Wenn eine Diät länger als 12 Monate durchgezogen wird, ändern sich die chemischen Abläufe im Körper und das neue Gewicht wird quasi programmiert und kinderleicht gehalten. Ab einem Jahr werden nämlich appetitdämpfende Hormone ausgeschüttet, die dem Gehirn “ich bin satt” vermitteln und das Hungergefühl eingestellt wird.

Die Erkenntnisse stammen aus der Fachzeitschrift European Journal of Endrocinology (Endrokinologie ist die Lehre von Hormonen) der Universität Kopenhagen. Bei den 20 Probanden änderte sich die Hormonausschüttung bei einem 600 kcal Energydrink – nach dem besagten Jahr wurden die sättigenden Darmhormone GLP-1 sowie des appetitzügelnden Hormons P-YY ausgeschüttet. So fügt der Biomediziner Dr. Torekov in einem BBC-Radiointerview hinzu:

„Most studies show when you lose a lot of weight, then your body fights fiercely against it. (…) But we actually found if you are able to keep your weight down for this longer period then it seems to adapt to this new set point.“

Erkenntnis Nr. 2: Die Darmbakterien regeln das Gewicht

Professor Tim Spector des “King’s Kollege London” hat herausgefunden, dass Kalorienzählen pure Zeitverschwendung ist: Der Genforscher stellt die Millionen von Darmbakterien auf den Podest, die maßgeblich für unsere Gesundheit und das Körpergewicht sein sollen.

Er hat 20 Jahre lang 11.000 eineiige Zwillinge zu ihrem Lifestyle, Gesundheit und Diätgewohnheiten untersucht, um das Zusammenspiel mit der Umwelt und den genetischen Faktoren zu erforschen. Wenn er bei seinem Experiment identischen Zwillingen extra 1000 Kalorien am Tag zuführte, weshalb nahm der eine nur 4 kg zu und der andere hingegen 14 kg? Professor Spector fand die Antwort in den Darmbakterien. Diese seien nicht nur für die Verdauung zuständig, sie kontrollieren auch die aufgenommenen Kalorien und verarbeiten daraus die vitalen Enzyme und Vitamine, die das Immunsystem gesund halten.

Deshalb gehören die Darmbakterien gehegt und gepflegt, damit die guten Bakterien das Meiste aus den Lebensmitteln herausholen. Am liebsten mögen die 400 bis 500 Bakterienarten probiotische Lebensmittel wie Käse, Joghurt, Nüsse oder Olivenöl. Auch dunkle Schokolade und Rotwein kultivieren die Darmflora reichlich. Je abwechslungsreicher wir also essen, desto größer ist die Vielfalt der Mikroben in unserem Darm – und desto gesünder und schlanker sind wir! Laut Professor Spector sollen wir auf industriell hochverarbeite Lebensmittel verzichten, da diese zu viele Chemikalien enthalten – und diese schmecken den Mikroben gar nicht!

Erkenntnis Nr. 3: Wie Farbe und Form des Geschirrs den Geschmack und Essgewohnheiten beeinflussen

Eine Studie der Fachzeitschrift Flavour hat erforscht, wie sich die Farbe und Form des Geschirrs auf die Wahrnehmung auswirken. So isst man laut einer Erhebung des Appetite-Journals von roten Tellern beispielsweise weniger, da die Signalfarbe unbewusst “Stopp” vermitteln könnte.
Nicht nur die Farbe beeinflusst unseren Appetit, auch die Größe des Tellers ist ein Faktor, wie viel Menge Essen wir zu uns nehmen. So gilt, dass bei kleineren Tellern und Schüsseln die Portionen sättigender aussehen, als bei großen und der Hunger wird schneller gestillt. Kleine, rote Teller wären demnach angebracht, um seine Gelüste zu zügeln :).

Erkenntnis Nr. 4: „A pear a day keeps the doctor away“

Wissenschaftler der Louisana State University fanden heraus, dass frische Birnen das perfekte Obst sind, um gesund und ohne Hungergefühl abzunehmen. In ihrer Untersuchung bewiesen sie: Die Wahrscheinlichkeit fettleibig zu werden, sinkt beim täglichen Verzehr des gesunden Steinobstes um 35 %.

Speziell unter der Birnenhaut wimmelt es an Antioxidantien, speziell Flavonoide und entzündungshemmende chemische Verbindungen, die gesund und fit halten. Dazu macht sie auf Grund ihres hohen Ballaststoffanteiles lange satt (eine Birne deckt schon ein Viertel des täglichen Ballaststoffbedarfs, bei nur 100 Kalorien).

Erkenntnis Nr. 5: 08/15 Diätratgeber funktionieren nicht

Die Forscher des Weizmann Instituts in Tel Aviv sind der Ansicht, dass es beim Abnehmen nicht auf die Diät, sondern auf den Menschen ankommt. So haben sie in ihrer Studie im Fachmagazin Cell herausgefunden, dass der Blutzucker der Schlüssel zum Abnehmen ist. Eine Banane, ein Salat oder ein Stück Schokolade wirkten sich bei den Probanden unterschiedlich auf den Blutzuckerwert aus, mit dem Schluss, dass nur personalisierte Ernährungspläne helfen können.

Erkenntnis Nr. 6: Schon ein bisschen Abnehmen bringt viel

Nach dem Motto “Little diet pain, big health gain” wirken sich schon wenige verlorene Kilos auf die Gesundheit aus! Das beweist die Studie der Washington University in St. Louis. Bereits bei einem Gewichtsverlust von 5 – 10 % von Übergewichtigen verringern sich die Risikofaktoren des Diabetes Typ 2 und koronare Herzerkrankungen. Dazu verbessern sich der Stoffwechsel und auch die Entzündungswerte. Mitarbeiter Samuel Klein resümiert:

“Our findings show that even a small amount of weight loss has important health benefits for multiple organ systems, (…) We hope that these findings will encourage obese people to take reasonable steps to watch what they eat and increase their physical activity, because this will translate into a lower risk for diabetes and heart disease.”

Erkenntnis Nr. 7: Sport alleine reicht nicht – die Ernährung macht’s

“Ihr könnt der ungesunden Ernährungsweise nicht davonlaufen” sagt der Kardiologe Maseem Malhotra. Er misst anhand seiner Untersuchung sportlicher Betätigungen eine geringere Bedeutung zu als gesundem Essen.

Dazu sagt der Ernährungsapostel dem künstlich beigefügten Zucker und hochverarbeiteten Lebensmittel den Kampf an: Denn eine schlechte Ernährungsweise verursacht mehr Krankheiten als Rauchen, Bewegungsmangel und Alkohol zusammen!

Dr. Malhotra rehabilitiert die einst als ungesund geltende (natürlichen) Fette. Und identifiziert künstlich beigefügten Zucker als den Staatsfeind Nummer eins, der viele Leben auf dem Gewissen hätte.

 

Was lernen wir nun aus 7 Erkenntnissen rund um das gesunde Abnehmen? Eat Clean! Unverarbeitet und biologisch angebaut, hält uns ein Mix aus Obst, Gemüse, Getreide und Milchprodukte schlank und fit. Auf der anderen Seite gehören künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und beigefügter Industriezucker von unserem Speiseplan verbannt – denn wie bei einem Auto gilt: Tankst du den falschen Treibstoff, gehen die Autofunktionen nach und nach kaputt.

Ansonsten gilt:
beachbody Kopie

Welchen Aha-Effekt hast Du noch zum Thema parat? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

Die Autorin Stephanie Fischer bloggt und textet für treats.

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