7 Mythen über die gesunde Jause

/ 21. Oktober 2015
gesunde Jause

Sodom und Gomorra in der Lunchbox: Was hierzulande als gesunde Jause gilt, ist aus ernährungswissenschaftlichen Gründen nicht mehr tragbar. Die Nahrungsmittelindustrie vermittelt uns zucker- und salzhaltige Leckereien als gesunden Snack für zwischendurch. Doch Schluss damit:

Wir klären Dich über die 7 gängigsten Mythen über die gesunde Jause auf

  1. Die Extra-Portion Milch
  2. Der Smoothie ist unschuldig
  3. Der Müsliriegel ist gesund
  4. Rohkost rules?
  5. Alles in Butter?
  6. Life is Light?
  7. Chips sind ungesund

1. Die Extra-Portion Milch

Eine zufällige Genmutation vor 7.000 Jahren, die es 15 % der Weltbevölkerung ermöglicht, Kuhmilch zu verdauen, spaltet heute die westliche Gesellschaft in Pro-Milchtrinker und Kuhmilch-Verweigerer.
Auch die Wissenschaft ist zweigeteilt: Die einen streichen die gesundheitsfördernde Wirkung der Kuhmilch heraus, wie Katharina Maruszczak meint:

“Milch enthält wichtige Proteine und Mikronährstoffe. Man sollte jedoch nicht in die “Fettfalle” hineingeraten: Fettreduzierte Milchprodukte enthalten zwar weniger Fett, aber dafür mehr Zucker.”

Auf der anderen Seite weisen Wissenschaftler auf die negativen Effekte wie Allergien und Krebs durch den erhöhten Hormonhaushalt und Antibiotikarückständen in der industriell-produzierten Milch hin … von der Ausbeutung der Milchkühe ganz zu schweigen.

Wenn nur 15 % der Menschen Kuhmilch verträgt, weshalb hält die altbekannte Schulmilch stets sein Monopol inne?

Diejenigen, die Milch nicht vertragen oder verweigern, können andere Kalziumquellen wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, einige grüne Gemüsesorten sowie Soja-, Reis-, und Hafermilch mit extra Kalzium, heranziehen.

2. Der Smoothie verliert seine Unschuld

In diesem Absatz schwindet der Heiligenschein von Smoothies: Die Arbeiterkammer hat die Gemüse- und Obstdrinks getestet und ein vernichtendes Urteil ausgestellt: 10 Stück Zucker pro Obst- und Gemüsefläschchen sind keine Seltenheit. Auf ganze 20 Stück Zucker kommen die Smoothies von McDonalds und Burger King, wo hingegen ein innocent Smoothie oder jener von Spar “nur” 10 enthält.

Ok, da ist eine Menge Zucker drin – aber sind Smoothies dennoch gesund? Professor Bernhard Watzl arbeitet beim deutschen Bundesinstitut für Ernährung und Lebensmittel und findet es laut diesem Beitrag besser, Smoothies zu trinken, als auf seine fünf Portionen Obst und Gemüse gänzlich zu verzichten. Für Obst- und Gemüsemuffel sind Smoothies deshalb eine willkommene Alternative.

Für jene, die auf frische Vitamine nicht verzichten möchten, heißt es: Obst- und Gemüsesmoothies einfach selber machen!

3. Der Müsliriegel ist gesund

In der Schule, beim Wandern, vor dem Sport – der Müsliriegel verkauft sich als DIE gesunde Zwischenmahlzeit. In Wahrheit sollte der Müsliriegel im Supermarkt in das Süßigkeitenregal wechseln. Denn die aktuelle Studie der Arbeiterkammer schlägt Alarm: Nur drei der 47 getesteten Fruchtschnitten und Müsliriegel werden als gesunde Jause empfohlen. Der Rest sind pralle Zuckerbomben und gelten eigentlich als Ernährungssünde. Du musst aber nicht auf Deinen gesunden Energieriegel verzichten, mache Deinen Müsliriegel einfach selbst oder bestelle ihn bei treats.

4. Rohkost rules?

Rohkost ist in vieler Munde, da viele Vitamine beim Kochen verloren gehen. Da ist schon etwas Wahres dran, allerdings kann der Mensch nicht alle Vitamine und Spurenelemente in roher Form verdauen. Hier profitiert der Homo sapiens vom Erhitzen, damit die Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe leichter aufgenommen werden können. Tomaten und Karotten sind hier ein gutes Beispiel: Erst gekocht kann das Betacarotin, auch Vitamin A genannt, verwertet werden. Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind überhaupt erst erhitzt genießbar. Am besten ist, man dünstet das Gemüse, damit so wenige Nährstoffe wie möglich entweichen.

5. Rehabilitiert Butter!

Butter galt lange als Dickmacher und Margarine als pflanzliche und kalorienarme Alternative. Doch jetzt wird der Ruf von Butter rehabilitiert. Gesunde Menschen schadet das Cholesterin der Butter nicht, ganz im Gegenteil: Das Cholesterin schützt Zellmembranen sowie Nerven und hilft bei der Bildung von Vitamin D. Um auch wieder zu den Karotten zu kommen: Erwärmte, klein geschnittene Karotten mit Butter holen das meiste an Vitamin A heraus!

6. Chips sind ungesund

Nein, Chips “waren” böse, denn die Chips-Revolution schlägt ihre Wellen, beispielsweise mit “Kale”-Chips. Dieser auf grünkohlbasierende, kohlenhydrat- und glutenfreie Trend aus England schwappt auf das europäische Festland über. Dazu bieten sich Rote-Beete Chips, Rettich-Chips, Süßkartoffel-Chips oder die süßen Apfel-Chips als gesunde Alternative zu den herkömmlichen salz- und fetthaltigen Chips an. Endlich ohne Reue knabbern und den kleinen Hunger sättigend und kalorienarm stillen!

7. Life is light: Zuckerfrei und fettfrei als Duo Infernale

Egal, ob ein zuckerfreier Saft, Keks oder Joghurt light – Die Light-Masche hilft weder beim Abnehmen, noch sind diese Produkte gesünder. Damit diese nämlich auch gut schmecken, wird bei low-fat Produkten mehr Zucker beigemischt und umgekehrt bei Zuckerärmeren mehr Fett. Dazu kommen auch Süßstoffe zum Einsatz, die laut einer Studie den Blutzuckerwert ansteigen lassen und zu Heißhungerattacken führen. Tricksen wir unseren Körper nicht länger aus, geben wir ihm das natürlich “light” – in Form eines Apfels, eines Naturjoghurts mit Früchten oder Naschereien von treats.

Es ist also nicht alles gesund, wo gesund draufsteht. Selbermachen ist die Prophylaxe gegen ungesunde Überraschungen in Deiner Jausenbox, die sich in Summe negativ auf Konzentration und Wohlbefinden auswirken. Je naturbelassener, desto besser: Das ist die gesunde Jausen-Devise – und das garantieren Dir auch unsere 100 % natürlichen und gesunden treats!

Kennst Du noch weitere Mythen rund um die gesunde Jause? Wir freuen uns auf Dein Kommentar!

Die Autorin Stephanie Fischer textet und bloggt für treats.

2 Antworten:

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