Iss dich glücklich: Happy Food hebt die Laune nachweislich

/ 12. Mai 2016

“Was wir essen, bestimmt Dein Gemüt” – meinte Hippokrates seinerzeit und seine Hypothese wird nun nach und nach bestätigt.

Die mediterrane Diät gilt beispielsweise als Garant für vieles: Von einer längeren Lebensdauer und einem reduzierten Risiko an Herzkreislauferkrankungen sowie Krebs zu erkranken, wirft der Scheinwerfer nun das Licht auf ein fröhliches Gemüt, das diese Ernährungsweise mit sich bringt. Eine Studie vom September 2015 hat nämlich 15.000 Menschen und ihre Essgewohnheiten unter das Mikroskop genommen und kam zur Erkenntnis: Die täglichen Mahlzeiten, bestehend aus Obst, Gemüse, Fisch, Bohnen, Nüssen und Olivenöl machen die “mediterrane” Untersuchungsgruppe nicht nur gesund, sie halten sogar Depressionen im Zaum.

Können gesunde Lebensmittel, wie die der mediterranen Diät, nun Stimmungstiefs lichten und Depressionen eindämmen? Weitere Beispiele aus der Wissenschaft zeigen, ja.

“Darm an Gehirn: Jetzt Glückshormone ausschütten”

Du denkst, die Glücksgefühlfabrik liegt alleine im Denkorgan? Laut den neuesten Studien rückt nun auch der Darm ins Zentrum:

„Psychiater haben bisher nie unterhalb des Halses nach Ursachen für Probleme gesucht. Aber vielleicht werden wir in Zukunft psychiatrische Probleme nicht mehr nur im Gehirn, sondern auch im Verdauungstrakt behandeln“,

sagt Emeran Mayer, Professor an der University of California in Los Angeles (UCLA) und einer der führenden Forscher im Bereich der Neurogastroenterologie, also der Neurowissenschaften des Magen-Darm-Systems. Dazu führt der Neurowissenschaftler Fernando Gómez-Pinilla an, dass Nahrung wie ein pharmazeutisches Präparat auf das Gehirn wirkt.

Grund hierfür ist, dass der Darm mit seinem kleinen aber machtvollen Bakterienkosmos das Gehirn und dessen Hormonausschüttung beeinflusst. Und die Chemie spielt die Musik – die richtige Ernährung kann also die Glücksgefühle tanzen lassen und den Blues vertreiben. Verantwortlich für die Playlist ist u.a. das altbekannte Serotonin.

Was ist Happy Food oder Good Mood Food?

Auch hier gilt die Regel: Je natürlicher die Lebensmittel, desto besser die Wirkung auf unseren Stimmungsgrad. Spielverderber der guten Laune sind Junk Food oder Alkohol, da sie zu depressiven Verstimmungen und Trübsal führen. Das hat auch Morgan Spurlock im Film “Super Size Me” erfahren, in dem er sich 30 Tage ausschließlich von Fast Food ernährte und sein Körperumfang, analog zur Antriebslosigkeit, wuchs. Iss also das, was biochemisch glücklich macht (Klar, ein Sahnetörtchen tut es auch – aber nicht nachhaltig 🙂 ) und vermeide Miesmacher, die die Serotoninausschüttung drosseln:

6 Ernährungsregeln, die das Glück entfachen

 

  1. Reduziere Cafe und Alkohol

    Nicht dass wir Dir jetzt den Spaß verderben möchten, es ist aber erwiesen, dass Alkohol und Koffein die Serotoninausschüttung minimieren und das Tryptophansäure-Level, jene Aminosäure, die benötigt wird, um Serotonin zu produzieren, hinunterschraubt. Und weniger Glückshormone – weniger guter Laune: Die Gleichung geht leider auf.

  2. Wassermangel = Fröhlichkeitsmangel

    Wenn Du dehydriert bist, kannst Du Dich schlechter konzentrieren und bist eher schlapp. Trinke am Besten Leitungswasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder natürliche Fruchtsäfte. Tabu sind, siehe oben, Kaffee, Schwarztee und Alkohol.

  3. Isst Du die richtigen Fette?

    Es gibt gute und böse Fette: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren versorgen das Denkorgan wie geschmiert. Gute Fette findest Du in Fischen, Geflügel, Nüssen, Oliven, Samen (speziell Hanfsamen), Avocados, Joghurt, Käse, Eiern und Ölen. Schlechte Fette sind vor allem in gesättigten Fettsäuren – vor allem tierischen Fetten – und Transfetten (in Fast Food und Fertigprodukten enthalten) zu finden.

  4. Verbanne weißen Zucker

    Durch den Blutzuckeranstieg nach dem Genuss von industriezuckerhaltigen Speisen folgt der rapide Abfall von diesem wie das Amen im Gebet. Auf die Unterzuckerung folgt nicht nur eine Heißhungerattacke, sie schlägt sich auch auf die Stimmung, wie Du es bestimmt schon selbst erfahren hast.

  5. Die richtigen Kohlenhydrate auf den Teller!

    Tryptophan ist in “guten Kohlenhydraten” vorhanden und je mehr Du deinem Denkorgan von dieser Aminosäure lieferst, desto mehr Serotonin wird ausgeschüttet. Auch der niederländische Psychologe Rob Markus bestätigte mit seiner Studie: Kohlenhydratreiches Essen macht Dich gelassener.

    Interessant ist auch, dass Mensch zu wissen scheint, wann welcher Nährstoff benötigt wird. Weshalb haben wir in den kalten und finsteren Jahreszeiten mehr Verlangen auf Kohlenhydrate? Weil durch die verminderte Sonneneinstrahlung weniger Vitamin D gebildet werden kann, und Vitamin D ebenso für die Serotoninproduktion verantwortlich ist. Diesen Mangel gilt es mit gesunder Schokolade, Bananen, Feigen und Datteln auszugleichen. Schlechte Kohlenhydrate aus Weißmehlprodukten und verarbeitetem Zucker stehen nicht nur wegen ihres geringen Tryptophangehalts dem Glück im Wege – sie sind auch ungesund und machen dick.

  6. “Eat clan – ban Junk Food”

    Wenn sich Weißmehl, weißer Zucker, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe in einer Mahlzeit treffen, können längerfristig Depressionen auftreten, so eine Studie der University College London. Zu den vermehrt auftretenden Depressionen geht Hand in Hand eine Adipositas-Epidemie um die Welt. Ein unschöner Trend, den die Nahrungsmittelindustrie mit sich bringt.

Fazit: Industriell verarbeitete Lebensmittel sind weder für unser Glück, noch für unsere Gesundheit und Wohlbefinden gemacht, sondern einfach des Profits wegen. Je natürlicher und wenig verarbeitet die Mahlzeiten sind, desto gesünder sind sie für Körper und Geist. Ab und zu ein Eis haben wir dennoch verdient. 🙂 Hast Du noch ein paar Tipps zu gute-Laune-Lebensmitteln? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

Die Autorin Stephanie Fischer textet und bloggt für treats.

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